Praktische Tipps und Koordinationsspiele für Kinder

Praktische Tipps und Koordinationsspiele für Kinder


6 min Lesezeit

Bauen, basteln, balancieren – zahlreiche Koordinationsfähigkeiten werden im kindlichen Alltag ganz natürlich und instinktiv trainiert. Je weniger Einmischung, desto besser. Machen spezielle Koordinationsspiele und -übungen mit euren Kindern trotzdem Sinn? Absolut! In diesem Artikel erwartet euch ein kurzer Crashkurs mit vielen praktischen Vorschlägen, Tipps und Ideen.

Gute koordinative Fähigkeiten ziehen sich von klein auf durch das ganze Leben. Ab frühester Kindheit geübte Feinmotorik und Koordination von Auge und Hand spielen Hauptrollen in vielen späteren Lebensbereichen. Kein Wunder, dass wir dem komplexen Thema gerne gleich einen ganzen Artikel rund um Koordination gewidmet haben. Hier aber dreht sich alles um eine ganz konkrete Frage: Wie dürfen, können und sollen wir unsere Kinder in ihrer Koordinationsfähigkeit eigentlich begleiten? Und ist es ratsam, den Nachwuchs punkto Gleichgewichts, Reaktionsfähigkeit oder Orientierung mit Koordinationsspielen zu unterstützen?

Koordinationsförderung? Ja, gerne. Aber bitte spielerisch.

Um euch gleich mal den Druck zu nehmen: Grundsätzlich ist ja absolut jedes Spiel eine Förderung von verschiedensten koordinativen Fähigkeiten. Aber natürlich macht es Sinn und Freude, diese Bereiche mit Extra-Übungen zu fördern.

Und da kommen wir schon zum Allerwichtigsten: Egal, ob die Abläufe eher einfach oder bereits komplexer sind, sie müssen den Kindern auf jeden Fall Spaß machen. Baut die Übungen darum am besten zwar möglichst langfristig, aber gaaanz locker in euren gemeinsamen Alltag ein. Überfordert euch und die Kinder nicht damit. Und lasst es immer ein Spiel sein. Kein Training. Bereit? Dann kommen hier unsere liebsten …

Koordinationspiele für Kinder

Und ja, natürlich haben wir alle selbst ausprobiert und integriert. Mit mehreren (eigenen und „geborgten“) Kindern zwischen 4 und 13 Jahren. Aber wisst ihr was? Diese „Kinderspiele“ sind auch für uns Erwachsene manchmal gar nicht so einfach – und darum eine tolle Übung für die ganze Familie. Oder wann seid ihr denn zuletzt auf einer schiefen Wiese über einen langen Ast balanciert – und habt dabei versucht, mit zwei Äpfeln zu jonglieren? Oh, erst gestern? Na, dann …

Seiltanzen & Co.
Zum Balancieren müssen wir nicht unbedingt auf den Spielplatz mit Schwebebalken und Hängebrücke. Und nein, wir spannen natürlich auch selbst keine Seile in luftigen Höhen für unsere Kinder. Aber wir legen sie im Garten lustig und großzügig aus (die Seile). Indoor reichen lange und zimmerübergreifende Pfade aus Wollfäden, über die die Kleinen vorsichtig tänzeln. Für Geübtere eignet sich natürlich auch die Slackline. Superlustig! Und draußen liefert die Umwelt sowieso zahlreiche Balancier-Möglichkeiten: wie Asphaltkanten, kleine Mäuerchen oder liegende Baumstämme.

Bauen, stapeln & erschaffen
Im Spiel mit unterschiedlichen Bausteinen entstehen flugs Wolkenkratzer für Bauernhoftiere, von Spielfiguren bewohnbare Etagentürme – oder Zubauten für bestehende Puppenhäuser. Wie durch Zauberhand werden dabei vor allem die Auge-Hand-Koordination und Feinmotorik trainiert. Und da ganz natürlich mitwachsend: Denn je nach Alter, Ausdauer oder Geschicklichkeit werden die Bauwerke mit der Zeit auch entsprechend ausgefeilter – der eigenen Fantasie entsprechend genauso wie nach tierisch coolen Vorlagen wie bei unserer Bioblo-Fledermaus.

99 Luftballons
Mit Luftballons sind auch drinnen tolle Koordinationsspiele machbar, ohne das gesamte Mobiliar umzustellen (oder zu zerstören). Optionen: Die Ballons möglichst lange in der Luft halten – oder sie sich nach selbst kreierten Regeln (den roten Ballon nur mit der rechten Hand berühren, den blauen Ballon nur mit den Füßen schießen, kein Ballon darf ein Möbelstück streifen etc.) gegenseitig zuwerfen. Bei mehreren Kindern und Musik ist der Luftballon-Tanz spaßig: Immer zwei oder drei Kinder tanzen miteinander – und halten dabei mit ihren Köpfen einen Ballon in ihrer Mitte fest.

Kreativ-Werkstatt: malen, basteln, kneten
Beim Werkeln mit verschiedensten Materialien und Farben können ebenfalls sehr gut mehrere Kinder auch verschiedenen Alters eingebunden werden. Je vielfältiger die Sachen zum freien Verbasteln und Gestalten sind und je weniger sich die Großen mit irgendwelchen Vorgaben einmischen, desto mehr Fantasie und Plan entwickeln unsere liebsten Mini-Menschen dabei.

Unsere letzte große Bastel-Action im Garten sah dann so aus, dass unsere Kleine mit ihren 5 Jahren Blüten und (leere, bitteschön!) Schneckenhäuser erst suchte. Und dann auf Kieselsteine klebte, die sie vorher bunt bekritzelt hatte. Während unser neunjähriger Nachbar die ganze Aktion zuerst ganz schön fad fand und sich selbst klar als Bastel-Verweigerer deklarierte. Bevor er plötzlich eifrig einen Verteidigungswall aus – mit trockenen Kiefernnadeln bestreuten – Wurzeln und Tannenzapfen zu bauen begann. Schlussendlich entstand so ein gemeinsamer (und hermetisch abgeriegelter) Modell-Garten. In den dann gleich diverse Spielfiguren einzogen. Einfach fantastisch.

Aufräumen
Wenn wir Staubsaugen als Fitnessübung betrachten sollen, ordnen wir das Zusammenräumen vom Kinderzimmer gerne als Koordinationsübung ein: Und so geht es bei der Aufräum-Challenge je nach Spielzeug und Verwüstungsgrad erstens ums Sortieren – und zweitens ums exakte Zielwerfen der Bausteine oder sonstigen robusten Spiel-Utensilien in die Bioblo Filzkörbe oder Kisten.

Musik in jeder Form und Farbe
Koordinationsspiele der anderen Art: Instrumente ausprobieren und spielen, Musikhören und dazu tanzen, gemeinsam singen oder im Takt klatschen - das ist nicht nur auf Kinderpartys der Hit, sondern eigentlich jederzeit. Wirklich witzig – und dabei eine sinnvolle Koordinationsübung – ist das Stop and go-Spiel: Musik laut aufdrehen. Die Kinder tanzen, hüpfen, ausflippen lassen. Und immer, wenn zwischendurch die Musik pausiert wird, müssen alle in der aktuellen Position und Mimik verharren. Herrlich!

Rennen, springen, Slalom laufen
Auf kleinen und großen Erlebnisstrecken tobt sich unserer Erfahrung nach absolut jedes Kind gerne aus. Und als Hindernisse zum Überwinden oder Umschiffen nehmen wir eigentlich alles – von bestehenden Bäumen und extra platzierten Sitzpolstern über unschuldige Blumentöpfe bis hin zu mit Wasser gefüllten Kübeln. Je größer und beweglicher die Kinder sind, desto gefinkelter darf der Parcours ausfallen. Genauso wie die Aufgaben: Rennen und dabei einen Ball in die Luft werfen? Zwischendurch auf einem langen Brett am Boden das Gleichgewicht halten – und dabei auch noch zwei aufgestellte Bauklötze auf der flachen Hand ausbalancieren? Oder einen Löffel mit Flummi drauf halten? Das alles steigert das Level der Koordinationsspiele und animiert auch bereits ältere und geschicktere Kinder zum Mitmachen. So einfach ist das. So spielerisch. Und so top zur laufenden Förderung der Koordinationsfähigkeiten.

Bei Fragen oder Anregungen rund um Koordinationsspiele freuen wir uns jederzeit über eure Kontaktaufnahme. Ansonsten wünschen wir euch und euren Kindern viel Spaß beim koordinierten Spielen, Toben – und Aufräumen.

Fotos: Bioblo, Shutterstock


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