Im Reich des Regenbogens – Warum Farben rocken

Im Reich des Regenbogens – Warum Farben rocken


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Rot, grün, blau, gelb – braun, pink, lila: Kindern kann die Welt in all ihren Farben gar nicht bunt genug sein. Wir haben uns schlau gemacht, warum das so ist. Wieso Spielzeug und Farben so gut zusammenpassen. Und welche farbenfrohen Spiele beim Nachwuchs besonders gut wirken.

Von Orientierung bis Wohlbefinden: Was Farben für jeden einzelnen von uns bedeuten, liegt zum großen Teil an ihrer psychologischen Wirkung sowie an biologischen Assoziationen. So erwarten wir instinktiv von einem roten Apfel, dass er reif ist. Oder denken aus einer tief verwurzelten Konditionierung heraus, dass wir dieses grellgelb-schwarz gestreifte Fluginsekt besser in Ruhe lassen. Zusätzlich zu Instinkt und Konditionierung bestimmen auch kulturelle Aspekte und persönliche Erfahrungen, wie wir zu einzelnen Farben stehen. Das mehr oder weniger klassische Farbschema aus Mädchen-Rosa/Buben-Blau etwa war nicht immer so, sondern galt historisch bewiesen lange Zeit umgekehrt.

Kleiner Ausflug in die Farbenpsychologie

Wer mit einer braunen Couch öde Nachmittage bei Tante Gusti verbindet, wird als Erwachsener eher ein Sofa in weniger erdigen Tönen wählen. Und obwohl grünes Ketchup in den USA zum Hit wurde, konnte es sich in Europa nicht durchsetzen. So weit, so farbenpsychologisch interessant. Wir hinlänglich farberfahrenen Erwachsenen versuchen nun also, in der Küche mit kühler blauer Wandfarbe das Hungergefühl zu regulieren, im knallroten Geländewagen Aufmerksamkeit zu erregen – oder mit grünen Accessoires unsere entspannte Naturverbundenheit auszudrücken. Für unsere Kinder aber ist die Welt der Farben noch um ein Vielfaches neuer und spannender.

Kontraste & Grundfarben: Entwicklung der frühkindlichen Farben-Kenntnis

Beim Neugeborenen ist der Sehsinn noch am wenigsten ausgereift. Das Baby erkennt anfangs nur Kontraste, ab etwa drei Monaten dann tatsächlich Farben – und nur ganz kurze Zeit später schon kann es sein, dass sich offensichtliche Präferenzen herausbilden. So wird vielleicht eher nach dem hellroten Hasen als nach dem schwarzen Teddy gegriffen. Als Eltern unterstützen wir unsere Kinder bereits ab diesem Zeitpunkt dabei, Farben zu erkennen und später auch zu benennen – ganz einfach nämlich, indem wir im Alltag die Farben der verschiedenen Gegenstände häufig aussprechen. Anfangs reicht es übrigens, die Grundfarben Rot, Gelb und Blau zu nennen. Lasst Beige, Mauve oder Türkis also ruhig noch unbesorgt weg: Sekundär- und Tertiärfarben dürfen gerne ab etwa dem dritten Lebensjahr folgen – und werden dann auch noch ganz easy verinnerlicht und gelernt.

Spielerische Farbenlehre mit jüngeren Kindern

Je nach Alter gibt es eine Vielzahl an spielerischen Übungen, mit denen einerseits sinnvolles Farbenwissen vermittelt wird. Und andererseits die große Freude, die im bunten Tun entstehen darf. Tolle Farb-Lernspiele sowie Alltagsübungen machen euer Kindergartenkind mit allen Farben des Regenbogens bekannt.

  • Bilderwelten: Nicht nur im Alltag, sondern ganz besonders auch beim Anschauen von Bilderbüchern dürfen die Namen der Farben früh einfließen, um nach und nach abgespeichert zu werden.

  • Malen: Her mit den Fingerfarben, Buntstiften und Wasserfarben! Beim Kreativsein gehen die einzelnen Farben ins Gedächtnis über – und werden im Rahmen des Gestaltens bedeutsam: Oh nein, das Rosa ist leer! Ich brauche mehr Blau. Mit dem Deckweiß wird das Grün heller.

  • Nachfragen – und mitbestimmen lassen: Sobald die Farben ein wenig sitzen, geht es ans dezente Ausfragen eurer Kinder: Welche Farbe hat ein Frosch, eine Erdbeere, die Sonne oder Schnee? Dazu ist es hilfreich, wenn Kinder schon zeitig auswählen und mitbestimmen. Zum Beispiel die Kleidung für den Tag oder Lieblingsfarben generell. Weil wir selbst übrigens so ein Faible für farbliche Favoriten haben, findet ihr auch Sets für Bauklötze mit freier Farbwahl im Bioblo-Shop.

  • Farbenlernen mit Bausteinen: Mit bunten Bausteinen sind verschiedenste Benennungs- und Sortierungsspiele möglich. Schlagt den Kindern vor, im ganzen Zimmer verteilte Bausteine nach Farben zu sortieren, farblich unterschiedliche Türme zu stapeln oder einfache geometrische Formen wie Dreieck oder Viereck zu legen. Lasst auch umgekehrt die Kinder bestimmen, nach welchen Farben ihr selbst die Steine sortieren sollt. Und sortiert dann ab und zu einen Baustein bewusst falsch ein. Das erstaunte, verärgerte oder belustigte Veto der Kinder ist es wert – und zeigt ihre fortgeschrittene Farben-Kompetenz.

  • Spiele: Das „Ich seh, ich seh“-Kinderspiel weckt das Interesse an Farben. Mit bunten Straßenkreiden könnt ihr euer ganz eigenes Himmel-und-Hölle-Spielfeld erschaffen. (Am besten draußen, nicht im Wohnzimmer – aber wie ihr wollt.) Nett ist auch eine Schatzsuche, auf der ihr mehrere verschiedenfarbige Gegenstände sucht: einfach „etwas Grünes“ oder konkreter „eine gelbe Blume“.

Farben rocken – auch und gerade für ältere Kinder!

Je älter die Kinder, desto kompetenter und individueller wählen sie die Farben für ihr kreatives Schaffen und Spiel aus. Das zeigt sich gerade beim Malen und Bauen: Immer mehr greifen Kinder für bestimmte Gegenstände, die sie abbilden möchten, selbständig zu Farben, die ihnen dafür schlüssig erscheinen – aufgrund von Psychologie genauso wie persönlicher Präferenz. So werden für Bilder die Farben oft schon sehr lebensnah ausgesucht – oder als bewusster Kontrast zur Wirklichkeit. Das ergibt dann auch mal ganz absichtlich olivfarbene Wolken (aufgrund von Umweltverschmutzung, eh klar bitte) oder bunte Hunde (weil sie sich in Seifenblasen gewälzt haben).

Bei der Baustein-Session wiederum erstaunt vielleicht das zartlila Häuschen, das von einem roten Turm flankiert wird. Die kindliche Erklärung: Das Haus gehört den Rehen. Und das ist ihr Turm, von dem aus sie Hilfe rufen, wenn der Strom ausfällt. Automatisch wird also den sanften Tieren eine Pastellfarbe zugeordnet, während der Notruf-Turm in Signalfarbe gestapelt wird. Das instinktive Kinder-Argument zu der Farbwahl? „Das ist doch logisch.“ Und apropos logisch.

Ökologisch buntes Spielzeug

Speziell beim Thema Spielzeug gibt es für Farben ja noch einen wichtigen weiteren Punkt: Den ökologischen Aspekt nämlich, der uns bei Bioblo ganz natürlich am Herzen liegt. Üble Lacke oder absplitternde Farbe haben ja eigentlich nirgends, aber im Kinderzimmer am wenigsten etwas verloren. Bei unseren Bioblo-Bausteinen stecken die – ökologisch unbedenklichen – Farbpigmente deshalb gleich mit drin. Und sind aufgrund des speziellen Färbeprozesses untrennbar und leuchtend bunt mit dem nachhaltigen Grundmaterial verbunden.

Bei eigenen Tipps zum Thema und Fragen in allen Schattierungen könnt ihr hier immer Kontakt mit uns aufnehmen – oder lasst uns einfach euren Kommentar da. Wir freuen uns!

Fotos: Bioblo, Shutterstock


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